Nach dem Frühstück und dem Tanken in Ullapool setzte sich unser Abenteuer auf der North Coast 500 fort. Das Ziel des Tages war unsere Unterkunft in Tongue, ganz im Norden der Insel. Das Wetter meinte es weiterhin gut mit uns: Bei strahlendem Sonnenschein und fast 20 Grad Celsius genossen wir jede Meile.
Von stillen Seen und Burgruinen


Unser erster Halt war das kleine, azurblaue Loch Awe, auf dem ein Ruderboot friedlich im Wasser trieb.
Kurze Zeit später erreichten wir das Calda House. Die Ruine dieses ehemaligen Herrenhauses erzählte uns eine charmante Geschichte: Der einstige Burgherr baute es eigens für seine Gemahlin, die schlichtweg keine Lust hatte, in der alten und sicherlich etwas zugigen Burg von Ardvreck Castle zu wohnen. 🙂



Von dort aus konnten wir bereits das Ardvreck Castle sehen. Nach einem kurzen Fußweg vom Parkplatz standen wir direkt vor der beeindruckenden Burgruine. Nur einhundert Meter weiter entdeckten wir den Ardvreck Wasserfall. Wir fanden es besonders lohnenswert, dem Bachlauf hinter dem ersten Fall ein Stück zu folgen, da sich dort noch weitere hübsche kleine Kaskaden versteckten.



Dem Ufer des Loch Assynt auf der North Coast 500 folgend fuhren wir weiter gen Norden. Wir kamen jedoch nicht allzu weit, denn an einem kleinen Parkplatz mit Hinweistafel legten wir direkt weiteren kurzen Fotostopp ein. Denn von dort und vom Ufer des Sees, wenn man sich nicht scheute die Füße im Torf etwas nasszumachen, bot sich ein toller Blick auf die etwas mystisch anmutenden Inselchen mit ihren teils abgestorbenen Bäumen.

Karibische Kneippkur bei Clachtoll
Gegen halb eins erreichten wir schließlich Clachtoll und seinen wunderschönen Traumstrand. Der feinste Sand und das kristallklare Wasser ließen uns kurz an die Karibik denken. Das Schwimmen war hier allerdings nur etwas für Hartgesottene; als wir mit den Füßen ins Wasser gingen, fühlte sich das Ganze eher nach einer intensiven Kneippkur an.


Wir entschieden uns daher lieber für ein gemütliches Picknick und Entspannung im warmen Sand. Die Parkgebühr von einem Pfund (1,20 €) für zwei Stunden war dabei absolut fair.

Bunter Sand und ein versteckter Wasserfall
Die Fahrt ging weiter zum riesigen Strand von Clashnessie, wo uns die wechselnden Farben des Sandes beeindruckten. Die Straße dort war enorm kurvig und eng, führte dafür aber spektakulär direkt an der Steilküste entlang.


Nach einem kurzen Stopp am Drumbeg Viewpoint machten wir etwa eine Meile nach dem Anschluss auf die zweispurige A894 einen kleinen Umweg zurück Richtung Ullapool, um den etwas versteckten Allt Chrainaidh Wasserfall zu besuchen. Der Weg war steinig und unbefestigt, aber recht kurzweilig und der Anblick war jede Anstrengung wert.



Die Klippen von Durness und die Smoo Cave
Ein weiteres Highlight war der Assynt Viewpoint, wo die Straße malerisch von blühendem Ginster eingerahmt wurde.
In Durness angekommen, faszinierten uns die steilen Klippen und der weite Strand. Wir parkten beim Restaurant und spazierten um den Campingplatz herum bis zum offiziellen Aussichtspunkt, um das beste Panorama zu genießen.



Nur ein kurzes Stück weiter erreichten wir die Smoo Cave. Direkt am Eingang gab es einen kleinen kostenlosen Parkplatz, alternativ steht ein größerer Parkplatz oberhalb der Straße für zwei Pfund (2,40 €) pro Stunde zur Verfügung. Die Höhle war beeindruckend, auch wenn der Wasserfall im Inneren aufgrund des trockenen Wetters leider pausierte. Wer mehr erfahren möchte, kann dort geführte Touren für 15 Pfund (18,00 €) pro Person buchen.


Übernachtung in Tongue
Das letzte Teilstück des Tages führte uns von Durness in einer knappen Stunde nach Tongue. Wir schafften es allerdings kaum, am Stück durchzufahren, da die Landschaft einfach zu grandios war. Eine traumhafte Bucht reihte sich an die nächste, und hinter jeder Kurve eröffneten sich neue Blicke auf majestätische Berge!



In Tongue bezogen wir schließlich unsere hübsche kleine Ferienwohnung, von der aus wir einen schönen Blick auf das Meer und die dortige Burgruine hatten.
Christian