Istrien Tag 7: Wehrhafte Bergdörfer und die kleinste Stadt der Welt

Heute sagten wir nicht nur unseren erneut liebenswerten Gästegebern in Porec auf Wiedersehen, sondern auch der westlichen Riviera von Istrien. Denn unser Weg nach Opatija würde uns zunächst in das hügelige Hinterland und später in die Berge führen.

Groznjan – Ein mittelalterliches Kleinod

Erster Halt war Groznjan, ein mittelalterliches wehrhaftes Dörfchen oberhalb des Flusses Mirna. Hinter uns lagen circa 40 Minuten Fahrt durch eine schöne hügelige Landschaft, die an die Toskana erinnerte.

Bei Ankunft um kurz nach 10 Uhr waren noch viele der unteren und etwas näher gelegenen Parkplätze frei. Die Parkgebühr von 1,50 Euro die Stunde konnten wir wie üblich bequem per Handy bezahlen.

Kaum hatten wir das Dorf betreten, begeisterte uns Groznjan auf den ersten Blick: Alles hier war knuffig und entspannt, da autofrei und wirkte wie ein Freiluftmuseum! Zum geruhsamen Bummeln luden zudem zahlreiche Handwerks-Schmuckläden ein.

Eine gute Stunde ist dennoch ausreichend, um das kleine Dorf zu besichtigen. Auf dem Platz vor der Kirche kann man noch gut auf einen Kaffee oder Snack einkehren und dabei die tolle Aussicht über die Landschaft bis hin zum Meer genießen. Wir dagegen erstanden im Dorfladen an der Kirche leckere mit Spinat gefüllte Blätterteig-Taschen, denn es standen mit Motovun und Hum noch weitere Dörfer auf unserem Tagesprogramm

Anfahrt und Parken in Motovun

Die Fahrt nach Motovun war glücklicherweise nicht lang und so stellten wir bereits eine Viertelstunde später unser Gefährt auf dem Parkplatz in Zone 2 ab. Dieser befindet sich direkt an der Straße und kostete im September 2025 1,50 Euro pro Stunde. Die Warteschlange am einzigen Ticketautomaten konnten wir durch erneute Bezahlung per QR Code umgehen. Am Parkplatz befindet sich übrigens auch eine Toilette, die allerdings einen Euro Eintritt kostet.

Für 3,50 Euro erstanden wir am Schalter Tickets für Hin- und Rückfahrt mit dem Shuttlebus hinauf zu dem auf einem Berg thronenden bekanntesten Bergdorf Istriens. Der Bus fährt übrigens alle 30 Minuten und eine Einzelfahrt kostet zwei Euro, solltet ihr beispielsweise zurück laufen wollen.

Wehrhaftes Bergdorf mit venezianischer Vergangenheit

Nachdem uns der Bus abgesetzt hatte legten wir die letzten Meter zu Fuß zurück hinauf durch Hauptstraße aus Kopfsteinpflaster und zwischen hohen Hauswänden. Das Ganze hatte bereits hier etwas von einer Burg.

Je näher wir dem Ortskern kamen, desto öfter drang der Duft von Trüffel in unsere Nase, für den insbesondere das Hinterland rund um Motovun berühmt ist. Zahlreiche Restaurants und Feinkostläden bieten verschiedenste Speisen und Produkte mit der Edelknolle an. Über dem Stadttor und im Torhaus von Motovun zeugt unter anderem ein venezianischer Markuslöwe von den unterschiedlichen Herrschern der Stadt.

360-Grad-Panorama vom Kirchturm

Wir investierten weitere vier Euro pro Person in den Aufstieg auf den Kirchturm, die sich aufgrund des beeindruckenden Panoramas definitiv gelohnt hatten Man sollte jedoch keine Angst vor den schmalen Treppen, samt zweier Dachluken und den leider recht zahlreichen Wespen auf dem Dach haben.

Weniger abenteuerlich aber nicht minder interessant ist dagegen eine Besichtigung der Kirche St. Stephanus mit ihrem tollen Deckenfresko.

Auch für den, im Vergleich zu Groznjan, eher kleinen Altstadtkern reicht für Motovun maximal eine Stunde einzuplanen. Es sei denn man möchte in einem der zahlreichen Restaurants und Biergärten einkehren. Letzteres taten wir dann auch und nahmen Platz im schattigen Biergarten des Hotels und Restaurants Kastel.

Wir gönnten uns eine Trüffelsuppe und eine istrische Manestra, eine Bohnensuppe mit Speck und Mais, dazu zwei große Zitronen-Limetten-Radler. Die Preise in diesem touristischen Hauptziel waren entsprechend höher als üblich. Mit dem Bus um 15:15 Uhr fuhren wir schließlich zurück zum Parkplatz.

Tipp für weitere tolle Fotospots auf Motovun: Einmal vom schönen Friedhof etwas unterhalb der Bushaltestelle und dann entweder vor Ankunft oder bei Abfahrt am südlichen Ende des Ortes vom Parkplatz oder etwas weiter vom auf Google markierten Fotospot.

Hum – Die kleinste Stadt der Welt

Unser nächstes Ziel war das 40 Minuten entfernte Hum, die laut eigener Aussage kleinste Stadt der Welt! Neben diesem Alleinstellungsmerkmal sind auch die uralten glagolitischen Schriftzeichen am Stadttor sehr interessant.

Hum war in der Tat knuffig, aber nach spätestens einer halben Stunde hatte man wirklich jede Ecke gesehen. Will man den Aufenthalt etwas verlängern, kann man einen Besuch des kleinen Museums oder des Restaurants einplanen.

„Lost-Place-Atmosphäre“ in Kotli

Von Hum machten wir einen letzten Abstecher in den fünf Kilometer entfernten Weiler Kotli mit seiner verfallenen Wassermühle. Zwischen den. teils verfallenen und zugewachsenen Häusern erwartete uns eine regelrechte Lost-Place-Atmosphäre.

In einigen der renovierten Häuser kann man übrigens inzwischen auch übernachten. Neben den Steinhäusern wartet Kotli auch noch mit einer malerischen Ruine einer Wassermühle auf.

Fototipp: Von der Seite der Häuser führt ein schmaler Pfad durch Gras und dann steigt man ein paar Steine hinab bis man das gegenüberliegende Ufer der Mühle erreicht hat. Dort muss man noch etwas im überwiegend trockenen Bachbett entlang spazieren, hat dann jedoch einen guten Blick auf die verfallene Mühle.

Will man zur Mühle selbst nimmt man auf der Seite der Brücke wo man das Auto parkt zunächst den Schotterweg. Nach circa 100 Metern führt linker Hand ein unscheinbarer schmaler Pfad hinab zur Mühle und von dort kann man sie ebenfalls ganz gut fotografieren.

Ankunft in Opatija

Im Dämmerlicht des frühen Abends brachen wir schließlich auf und fuhren über die Berge bis ins Seebad Opatija in unsere riesige und sehr saubere Ferienwohnung mit Blick aufs Meer. Unsere nette Gastgeberin sprach dazu auch noch gutes Deutsch. Sogar eine Flasche Rotweinlikör bekamen wir als Willkommensgeschenk!

Noch ein wichtiger Hinweis, solltet ihr auch dort übernachten wollen und mit dem Mietwagen anreisen: Folgt nicht der Adresse von Google Maps, da euch diese in eine für normale Autos nicht passierbare Gasse führt. Verwendet stattdessen diese Adresse.

Christian

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