Schottland Tag 13: Über Plockton nach Applecross

„Bye Bye Skye“, hieß es leider heute! Die letzten Tage auf der Insel waren einfach nur fantastisch gewesen, insbesondere die Wanderungen im Quiraing, zum Old Man of Storr und im märchenhaften Fairy Glen.

Leider war die Nacht alles andere als erholsam, da mich nun wie zuvor meine Frau eine heftige Übelkeit erwischt hatte – der Kartoffelsalat aus dem Supermarkt stand unter dringendem Tatverdacht.

Am liebsten wäre ich heute im Bett geblieben, aber es half ja nichts, denn wir mussten mit dem leider über zwei Stunden entfernten Applecross unser nächstes Übernachtungsziel erreichen. Und so brachen wir mit noch immer sehr flauen Magen gegen kurz nach zehn Uhr auf.

Fahrt zurück aufs Festland

Unsere ersten Ziele lagen etwa eine Stunde Fahrt entfernt: das winzige Örtchen Duirinish und der etwas größere Hafenort Plockton.

Noch auf der Isle of Skye brauchte ich allerdings eine erste Pause, da mein Magen die vielen Kurven wenig angenehm fand. Wir hatten ein glückliches Händchen bei der Wahl unseres Haltepunkts: Wir konnten uns mit unserer Picknickdecke auf ein Stück Wiese legen und den Ausblick auf Loch Ainort genießen. Sogar ein paar Seehunde streckten neugierig ihre Köpfe aus dem Wasser.

Nach einer halben Stunde brachen wir wieder auf und erreichten nach weiteren 30 Minuten schließlich Duirinish. Der Zwischenstopp hatte sich definitiv gelohnt: Wir sahen diverse pittoreske, urtümliche Häuser und alte Bauerngeräte. Das niedliche Croft Café hatte heute leider geschlossen, daher hofften wir in Plockton auf eine Stärkung.

Mittagspause in Plockton

In Plockton angekommen, haute uns die Atmosphäre sofort um!

Mit der strahlenden Sonne, der hübschen Promenade und dem Ausblick auf den Loch Carron fühlte es sich fast wie in Cornwall oder an der Cote d‘ Azur an. Wir stellten unser Auto auf dem kostenpflichtigen Parkplatz am Hafen für faire ein Pfund (1,20 €) für zwei Stunden ab.

Da gerade Ebbe war, spazierten wir auf die kleine vorgelagerte Insel, von der aus wir einige schöne Aussichten auf Plockton und das Loch hatten. Im Hotel Plockton ließen wir uns schließlich auf der Terrasse für eine Mittagspause nieder; die leckere Suppe und der Tee taten meinem Magen sichtlich gut.

Ein ungeplanter Stopp: Der Außenspiegel-Zwischenfall

Unsere tolle Stimmung war leider auf der weiteren Fahrt kurzzeitig dahin, als uns auf einer der zahlreichen Single Track Roads ein entgegenkommendes Fahrzeug touchierte und unseren Außenspiegel beschädigte. Durch die Telefonate mit dem Vermieter verzögerte sich unsere Weiterfahrt um fast eine Stunde.

Wichtiger Hinweis für euren Roadtrip: Auch wenn ein Schaden – wie bei uns nur eine kleine gebrochene Plastikabdeckung des Blinkers – euch als Bagatelle vorkommt, meldet ihn unbedingt! Wir holten uns im späteren Verlauf des Urlaubs in Inverness auch noch einen offiziellen Polizeibericht für die Versicherung. Erst Wochen nach dem Urlaub kam von Europcar die Rechnung über unglaubliche 710 Pfund (814 €), da der komplette Spiegel samt Kamera getauscht werden musste. Dank der Vollkaskoversicherung wurde uns der Betrag glücklicherweise unkompliziert von Sunnycars innerhalb weniger Tage erstattet.

Hoch hinaus zum Bealach-Na-Ba-Pass

Wir beschlossen, uns den Tag nicht vermiesen zu lassen, denn mit dem Bealach-Na-Ba-Pass wartete ein echtes Highlight auf uns. Bei heute sagenhaften fünfundzwanzig Grad Celsius und Sonne war die Fahrt über diese Passstraße ein einmaliges Erlebnis!

Wir genossen die phänomenalen Ausblicke zurück in die Landschaft. An den Ausweichbuchten darf man zwar nicht parken, aber wir fanden immer wieder Stellen mit mehr Platz für ein schnelles Foto. Oben am Pass angekommen, gibt es übrigens vier bis fünf Parkplätze.

Der Ausblick zurück auf die Straße, die sich abenteuerlich durch die Schlucht hinaufwindet, war einfach nur imposant! Auf der anderen Seite des Passes beeindruckte uns die Hochebene mit unzähligen kleinen Teichen und Seen, die in der Sonne glitzerten.

Ankunft in Applecross

Nach wenigen Minuten Fahrt vom Pass aus erreichten wir Applecross und unsere nächste Unterkunft, das Hartfield House Hostel. Dieses uralte, große weiße Haus war eingebettet in eine liebliche Landschaft. Als wir zu unserem Zimmer geführt wurden, bemerkten wir erst, wie verwinkelt das Gebäude war, denn es ging über zahlreiche Ecken und kleine Treppen hinauf.

Die Wände in unserem Zimmer waren fast einen Meter dick, und man erkannte noch die Stelle, an der früher einmal ein Kamin gewesen sein musste. Die Einrichtung entsprach einer gehobenen Jugendherberge. Da wir nur eine Nacht blieben, verkrafteten wir es gut, einmal kein eigenes Bad im Zimmer zu haben.

Ich war nach diesem ereignisreichen Tag ohnehin richtig fertig und freute mich nur noch auf den Schlaf.

Christian

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