Heute Morgen empfing uns in Applecross eine ganz besondere Atmosphäre: Der Nebel hing noch tief in den Bergen fest, während sich die Sonne ganz langsam ihren Weg hindurch bahnte. Als wir zum Strand hinuntergingen, hatten wir das große Glück, ein Rudel Rehe zu entdecken, das dort in aller Seelenruhe graste – ein herrlicher, friedvoller Moment.



Autowandern auf der North Coast 500
Danach startete unsere Fahrt auf der North Coast 500, die völlig zu Recht als eine der schönsten Straßen der Welt gilt. Witzigerweise fühlten wir uns ein wenig wie auf dem Highway Nummer eins in Kalifornien, denn auch hier sorgte das Zusammenspiel aus dem kalten Atlantik und der warmen Luft für mystische Nebelbänke.



Das Erlebnis, die NC 500 zu befahren, lässt sich am besten als eine Art „Autowandern“ beschreiben. Auf den einspurigen Teilstücken kamen wir aufgrund der unzähligen Kurven und des Gegenverkehrs oft nicht schneller als mit 20 bis 30 Meilen pro Stunde voran.
Aber das war völlig in Ordnung, denn so konnten wir die ständig wechselnde Szenerie aus rauer Küste, saftig grünen Wiesen und imposanten Bergen viel besser aufsaugen. Ein besonders schönes Panorama genossen wir an einer Stelle kurz vor sowie am Loch Torridon Viewpoint.



Wasserfälle und hübsche Dörfchen
Unser nächster Stopp galt den Victoria Falls. Sie waren schön anzusehen, auch wenn sie – wie wir schmunzelnd feststellten – natürlich nicht mit den gleichnamigen Fällen in Simbabwe mithalten können. Ein kurzer Fußweg von nur einer Minute führte uns vom Parkplatz direkt zum Aussichtspunkt.

Einen längeren Halt legten wir im kleinen Fischerdorf Charlestown ein. Wir deckten uns in einem kleinen Lädchen mit Getränken und Sandwiches ein und setzten uns damit auf die liebevoll dekorierte Promenade. Kurz hinter dem Ort entdeckten wir auf der linken Seite einen weiteren Parkplatz bei Gairloch Beach, von dem aus wir einen fantastischen Blick auf den Traumstrand aus feinstem Sand hatten.



Danach passierten wir Poolewe. Der Ort ist bekannt für seine zahlreichen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg; von hier aus starteten damals die gefährlichen Konvoi-Routen in die Arktis.


Nach weiteren Stopps an diversen Aussichtspunkten entlang der rauen aber wunderschönen Küste erreichten wir am frühen Abend schließlich Ullapool.


Abendsonne und Pizza in Ullapool
Unsere Unterkunft war ein gemütlich eingerichtetes Privatzimmer, das wir über Airbnb gebucht hatten. Wir teilten uns das Bad mit unserer sehr netten Gastgeberin. Nachdem wir eingecheckt hatten, spazierten wir direkt zum Zentrum und entlang der hübschen Hafenpromenade.






Der Hunger trieb uns schließlich zu Oak & Grain. Wir holten uns zwei leckere Pizzen frisch aus dem goldenen Steinofen und verspeisten sie in der warmen Abendsonne direkt auf der Kaimauer – für uns der perfekte Abschluss des Tages. Auf dem Rückweg besorgten wir im Tesco-Supermarkt noch etwas Proviant für die kommenden Etappen.
Christian