Schottland Tag 17: Loch Ness und Glen Affric

Unsere Fahrt begann heute entlang des berühmten Loch Ness mit dem Ziel Urquhart Castle. Leider mussten wir bereits gegen halb elf feststellen, dass der Parkplatz komplett belegt war, sodass wir kurzerhand umdrehten.

Auch der kurze Stopp am Loch Ness Center überzeugte uns nicht; es wirkte auf uns schlichtweg zu kommerziell und kitschig. Wir entschieden uns daher, das trubelige Ufer schnell zu verlassen und in das Glen Affric zu fahren, das oft als das schönste Tal Schottlands bezeichnet wird.

Entspannung im schönen Glen Affric

Die Anfahrt durch die liebliche Landschaft fühlte sich ganz anders an als der raue Nordwesten. Wir fühlten uns beinahe ein wenig an das Bergische Land in unserer Heimat erinnert. Unseren ersten Halt legten wir am Parkplatz der Dog Falls ein. Das Tagesticket kostete drei Pfund (3,61 €) und beinhaltete sogar eine kleine Wanderkarte für die drei kurzen Trails, die dort starten.

Wir spazierten ein Stück am Fluss entlang bis zu den namensgebenden Wasserfällen, die in einer kleinen Klamm liegen. Die Stimmung war unglaublich friedlich, und wir waren nahezu allein in der Natur. Das Wetter war erneut traumhaft – ohne eine einzige Wolke am Himmel und ohne den kalten Wind der Nordküste wanderte es sich in kurzen Hosen und T-Shirt einfach perfekt.

Zurück am Parkplatz nutzten wir die sauberen Picknickplätze für eine Mittagspause. Besonders praktisch fanden wir die Metallplatten auf den Tischen, die extra für Einweggrills vorgesehen waren.

Ein Hauch von Südfrankreich am River Affric

Gegen halb zwei fuhren wir weiter zum Parkplatz am River Affric. Wir folgten einem Rundweg durch wunderschöne Birken- und Kiefernwälder. An der Stelle, an der der Bach in den See mündet, wirkte die Szenerie auf uns wie eine „Mini-Calanque“. Zusammen mit den warmen Temperaturen fühlte es sich heute eher nach Südfrankreich als nach Schottland an.

Tipp für Entdecker: Nehmt bei der Abzweigung unbedingt den „Rocky Way“. Er führt etwa fünfzig Meter direkt am Fluss entlang bis zu einem breiten, beeindruckenden Wasserfall, bevor er wieder auf den Hauptweg trifft.

Danach wanderten wir den kurzen Rundweg zum Glen Affric Viewpoint. Der Pfad durch den moosbewachsenen Birkenwald war wunderschön und der kurze Aufstieg lohnte sich absolut für das Panorama über die gesamte Landschaft. Wir nutzten die Gelegenheit auch, um die Drohne für ein paar Aufnahmen aus der Höhe steigen zu lassen.

Auf der Rückfahrt hielten wir am Loch Beinn a’Mheadhein und entspannten uns an einem kleinen Kiesstrand. Während wir nur unsere Füße ins klare Wasser hielten, waren einige Schotten deutlich mutiger und paddelten mit ihren SUP-Boards über den See.

Übernachtung im geschichtsträchtigen Culloden

Am frühen Abend erreichten wir unsere neue Unterkunft im Stadtteil Culloden bei Inverness. Der Ort hat für die Schotten eine traurige Bedeutung, da hier die letzte große Schlacht und Niederlage gegen die Briten stattfand.

Eigentlich hatten wir ja gehofft, zwei Nächte in der Jugendherberge in Inverness bleiben zu können, doch trotz unserer Suche vor fast sechs Monaten war das Doppelzimmer nur für eine Nacht verfügbar. Aber das war schnell vergessen, als wir das schöne und extrem saubere Zimmer samt eigenem Bad bei einer sehr netten Familie bezogen.

Den Abend ließen wir entspannt mit Sushi und Salaten aus dem Tesco Extra ausklingen.

Christian

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