Nach einem gemütlichen Frühstück in unserer Ferienwohnung brachen wir am späten Vormittag auf in die Berge. Für heute stand die Besichtigung mehrerer hübscher kleiner Bergdörfer an, die sich mit ihren charakteristisch weiß getünchten Häusern malerisch in die hügelige Landschaft schmiegen. Wie bereits gestern erwartete uns auch heute traumhaftes Wetter bei dreißig Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein.
Frigiliana – Das maurische Schmuckstück
Das Bergdorf Frigiliana war lediglich sieben Kilometer von unserer Unterkunft in Nerja entfernt, sodass wir den Ort bereits nach wenigen Fahrminuten erreichten. Das Dorf liegt auf etwa 350 Metern über dem Meeresspiegel und zählt dank seiner gut erhaltenen alten Gebäude im maurischen Stil zu den schönsten Bergdörfern Spaniens.


Wir stellten unser Auto im Parkhaus im Zentrum gegenüber der Melassefabrik El Ingenio ab – einem ehemaligen Adelspalast aus dem 16. Jahrhundert. Die Parkgebühr betrug zwei Euro pro Stunde.
Nachdem wir durch eine kleine Passage aufwärts spaziert waren, erreichten wir das Rathaus und die Tourist-Info. Dort holten wir uns eine kostenlose Karte für den Rundweg durch die höher gelegene Altstadt. Direkt über dem Tourismusbüro stiegen wir auf das Dach zu zwei Aussichtspunkten, die ein fantastisches Panorama auf Frigiliana bieten.


Die pittoresken Gassen der Altstadt mit ihren kunstvoll gemusterten Steinbelägen und den blumengeschmückten Fassaden luden zum Erkunden ein – bei dreißig Grad Celsius und vielen Treppenstufen eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit!


Um ein Uhr mittags kehrten wir im Restaurant La Bodeguilla in der Casa Real ein. Dort sitzt man schattig auf der Terrasse und bekommt einfache Gerichte zu günstigen Preisen. Ich wählte ein Combinado aus Schweinegulasch, Bratkartoffeln, Ratatouille und Spiegelei für neun Euro. Keine kulinarische Geschmacksexplosion, aber absolut in Ordnung und sattmachend.
Am Nachmittag wurden die Gassen erfreulicherweise spürbar leerer, da die Tagestouristen mit den Bussen wieder abgereist waren.


Auf der Panoramastraße nach Cómpeta und Salares
Weiter ging es auf der Landstraße MA-5105 Richtung Norden. Kurz hinter Frigiliana lohnt sich übrigens ein kurzer Stopp am Aussichtspunkt Mirador de la carretera de Torrox am Straßenrand.

Die Weiterfahrt war ein echtes Abenteuer: Die schmale Bergstraße wand sich in gefühlt tausend Kurven mit maximal 40 Stundenkilometern durch das hügelige Hinterland. Aber hier ist der Weg definitiv das Ziel! Wir legten zwei kurze Fotostopps an den Aussichtspunkten oberhalb und auf Höhe des Bergdorfes Cómpeta ein, dessen weiße Häuser hübsch am Hang leuchteten.



Erkundung der Altstadt von Salares
Als Nächstes besichtigten wir das Bergdorf Salares mit seiner alten maurischen Steinbrücke und den engen, verschlungenen Gässchen. Hier kann man sich tatsächlich ein wenig verlaufen – auf der Suche nach der Kirche mussten wir am Ende sogar ein paar Einheimische nach dem Weg fragen. 🙂



Wer noch Kraft in den Beinen hat, sollte hinter dem örtlichen Café die Treppen zum Aussichtspunkt erklimmen. Oben wird man an einem schattigen Picknicktisch mit einem herrlichen Ausblick auf das gesamte, in der Sonne strahlende Dorf belohnt.

Canillas de Aceituno und Rückfahrt nach Nerja
Über eine teils wieder imposante Bergstraße erreichten wir schließlich unser letztes Tagesziel: Canillas de Aceituno. Im direkten Vergleich zu den beiden vorherigen Orten war es zwar auch ganz nett, landete für uns aber mit Abstand auf dem dritten Platz. Solltet ihr daher weniger Zeit als wir zur Verfügung haben, würden wir euch einen Fokus auf Frigiliana, gefolgt von Salares empfehlen.


Dafür gelangten wir von dort sehr schnell auf die gut ausgebaute Landstraße A-356 und die Autobahn A-7, sodass wir nach einer Dreiviertelstunde wieder zurück in Nerja waren. Insgesamt waren wir wegen der ausgedehnten Besichtigungen und der langsamen Bergstraßen etwa acht Stunden unterwegs. Die entschleunigte Fahrt durch die grandiose Landschaft hat sich jedoch in jeder Hinsicht gelohnt!
Christian